Andacht

 

Bibelwort des Monats

 

Beschreibung: D:\Eigene Dateien\Pictures\Eigene Bilder\Bilder und Vignetten aus Gemeindebrief\Bilder zu Monatssprüchen\123_3301_RGB - Kopie.jpg

 

 

Startseite

 

 

Monatsspruch für Mai 2012

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut,

und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.

1. Timotheus 4,4

 

 

Dieser Satz ist gut gemeint und in einem tiefen Glauben niedergeschrieben worden.

Der Satz soll ermutigen, die Welt zu bestehen und sich möglichst an ihr zu erfreuen.

Aber ob der Satz immer und unter allen Umständen stimmt, ist doch zu bezweifeln.

„Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut“?

Auch die Erdbeben, die Fluten und andere Katastrophen der Natur?

 

Da muss ich erst einmal tief Luft holen und mich fragen:

Muss das sein, dass die Erde bebt, dass Seuchen auch noch die Opfer heimsuchen und ganze Landstriche ausdörren und die Menschen hungrig werden lassen?

 

Auch wir werden diese Fragen leider längst nicht alle lösen und beantworten können.

Gottes Wille bleibt oft sein Geheimnis, das wir nicht lüften werden, so viel wir auch fragen müssen.

Allerdings gibt der Apostel ja in diesem Satz noch einen Hinweis, der unsere ganze Aufmerksamkeit verdient.

„Nichts ist verwerflich“, schreibt er seiner Gemeinde etwa siebzig Jahre nach Tod und Auferstehung Jesu, „nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird“.

 

Da werde ich hellhörig und frage wieder:

Stimmt das?

Diesmal antworte ich mir mit Ja.

Das kann stimmen.

Und ich sehe Menschen vor mir, die diesen Satz mit ihrem Leben gefüllt haben.

Menschen, die kein leichtes Leben hatten, die viel gelitten haben an ihrer Seele oder an ihrem Körper.

Menschen, die wie viele von uns, ihre Fragen vor Gott ausgebreitet haben und keine Antwort erhielten.

 

Aber Menschen, die dann - vielleicht erst nach vielen Jahren - für alles, was ihnen damals begegnete, dankbar geworden sind.

Manche dieser Menschen erscheinen mir heute, wenn ich an sie denke, wie ein Wunder.

Sie sind dankbar für das, was sie erleben mussten.

Sie sind nicht gerade dankbar für die Schmerzen, die sie tragen mussten.

Aber sie sind dankbar dafür, was diese Zeit aus ihnen gemacht hat.

Sie sind auf eine aufrichtige Weise demütig geworden.

Sie haben erlebt, dass ihnen Pläne aus der Hand genommen wurden, dass geliebte Menschen sich von ihnen abgewandt haben; sie haben durchlitten, dass ihnen dringend nötige Hilfe verwehrt wurde -

und sie sind doch dankbar dafür, was das aus ihnen gemacht hat, nämlich bescheidene und Gott aufrichtig ergebene Menschen.

 

„Was mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will, der ist der beste“ (EG 374), sagen sie heute, viele Jahre später.

Sie sagen Gott Danke, dass er sie geführt hat - auch wenn es Wege waren, die sie selber nicht wollten.

An alle diese Menschen erinnere ich mich voller Hochachtung in der Hoffnung, dass ich auch lernen darf, was sie gelernt haben:

„Nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.“

 

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: facett_hks37_200x200

 

            Fragen, Ergänzungen, Kommentare:               Telefon: 06462 1342

                                                                                  E-Mail: ev-pfarramt1-gladenbach@gmx.de