Frohnhausen

 

Beschreibung: bunte, leuchtende Kirche

 

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FROHNHAUSEN und seine „Kaffeemühlenkirche“

Kommt man von Gladenbach und biegt von der Bundesstraße 255 links nach Frohnhausen ab, überquert die Allna, so kann man sie eigentlich nicht verfehlen: die kleine quadratische Fachwerkkirche mit ihren rot gestrichenen Balken und dem einmal gestuften Zeltdach mit dem achteckigen Haubendachreiter. Sie gehört mit den zwei anderen Fachwerkkapellen in Seelbach und Runzhausen aufgrund ihrer originellen Bauform zu den bekanntesten Sakralbauten in Hessen. Sie wurde oft in der Literatur beschrieben, baugeschichtlich weiß man jedoch wenig über sie. Liebevoll wird sie im Volksmund „Kaffeemühlenkirche“ genannt.

Nach dem Verfall der alten Frohnhäuser Kapelle im 18. Jahrhundert geben mehrere Bittbriefe Kunde, mit welchem Einsatz die wenigen Gemeindemitglieder (16) im Jahr 1769 sich um die Errichtung einer neuen Dorfkirche bemühten. Endlich bekamen sie neun Stämme Streckholz. So kann man davon ausgehen, dass die Kapelle 1770 aufgeschlagen wurde und 1789 endlich fertig gestellt war. Dabei wurde eine Mischform von Geschossbau und wandhohen Ständern verwandt. Auch eine Glocke wurde damals aufgehängt.

Alle vier Seiten sind identisch und regelmäßig gestaltet. Die Kirche hat eine Flachdecke und an zwei Seiten gegenüber von Altar und Eingang eine Empore. Immer wieder wurde die Kirche sowohl außen und innen restauriert. Auf der rechten Empore wurde1992 eine kleine Orgel eingebaut.

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Im Jahr 2003 und 2005 wurde die Frohnhäuser Kirche im Rahmen der Dorferneuerung auf Initiative von Pfarrer Herbert Volk grundlegend renoviert: Dacheindeckung und Außenanstrich, eine neue Heizungsanlage wurde installiert, ein Terracotta-Fußboden verlegt und die Bänke durch eine Bestuhlung ersetzt. Neue Lampen und eine Umgestaltung des Altarkreuzes durch die Firma Schönwandt verbinden auf gelungene Weise moderne Gestaltung und alte Architektur.

 

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Beim Betreten des Innenraumes fällt der Blick auf einen Holzschnitt von Andreas Felger. Durch seinen neuen Platz über dem Altar lädt er zur stillen Betrachtung ein. Sein Thema ist dem Zyklus: „Emmaus - ein Weg“, entnommen. Er stellt die Szenen dar, als der auferstandene Christus durch das Brotbrechen von den Emmaus-Jüngern erkannt wird. Andreas Felger hat in seinem Bild einen hellen Raum gestaltet, der merkwürdig flächig wirkt. Die gewohnten Ordnungen des Raumes können wir nicht wiederfinden. Es gibt kein Vorn und kein Hinten.

Da steht Jesus auf der einen Seite, ganz in ein weißes Gewand gehüllt, auf der anderen Seite die Jünger mit weit aufgerissenen Augen, in der Bildmitte das Brot mit dem Kreuzeszeichen, so wie wir es vom Abendmahl kennen. Auch der Tisch erinnert in seiner Form an einen Kelch. Das Kreuz verbindet in der Horizontalen Jesus mit den Jüngern und in der Vertikalen mit Gott. Der ehemalige württembergische Bischof Theo Sorg hat es so gesagt: „In Jesu Händen gewinnt irdisches Brot, das er bricht, die Leuchtkraft des Ewigen. Und mitten durch das Brot geht das Kreuz, Zeichen des Opfers und der Hingabe.“ Christus trägt als einziger auf diesem Bild einen Nimbus, einen Heiligenschein, als Zeichen seiner himmlischen Würde. Er ist durch den Tod hindurchgegangen. Er ist nicht mehr einer von uns, die wir alle noch sterben müssen. Doch Jesus Christus lässt Gottes Auferweckungskraft in die Welt der Menschen einfließen. Das Gold als Zeichen seiner Herrlichkeit strahlt auch über die kleinen Karos unserer Alltagswirklichkeit. Es erhellt und verändert sie. Wir finden sie am unteren Bildrand. Jesus hat seinen Jüngern und sich einen Raum geschaffen, hell und voller Liebe. Trotzdem wird das Leben draußen in Gestalt des Baumes, der Dächer, der Sanduhr als altes Zeichen unserer Endlichkeit und Sterblichkeit nicht ausgeblendet, auch nicht das Bedrohliche und Dunkle des Lebens .Die Kuppel erinnert an Jerusalem, der Stadt der Hinrichtung Jesu, der Stadt der grauenhaften Gewaltakte bis in unsere Tage. Hier geschieht es, mittendrin, dass den Jüngern beim Brotbrechen die Augen aufgetan werden und sie voller Freude ihren Weg weitergehen können.

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So können auch uns in den Gottesdiensten und bei den Abendmahlsfeiern die Augen geöffnet werden für die Gegenwart des auferstandenen Christus. Wir sind eingeladen in die Gottesdienste, die im vierzehntägigen Rhythmus um 10.45 Uhr stattfinden.

 

 

Ansprechpartner

Schlüssel der Kirche        Küsterin Silke Barth, Telefon: 06462 8185

 

Kirchengemeinde             Pfarrer Herbert Volk, Dr.-B.-Leinweber-Str. 3a, 35075 Gladenbach, Telefon: 06462 8701

 

 

Weitere Informationen

Kaffeemühlenkirchen

 

 

 

 

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            Text und Bilder:                                              Irmgard und Herbert Volk

 

            Fragen, Ergänzungen, Kommentare:              Telefon: 06462 1342

                                                                                  E-Mail: ev-pfarramt1-gladenbach@gmx.de