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Konzert in der Martinskirche
Harfensaiten schwingen im Takt des Blues
19.02.2008
Gladenbach. (pp). Fetziger
Bluessound und Harfenmusik sind keine alltäglichen Partner. Beim Konzert
"Movimento für Flöte und Harfe" in der
Gladenbacher Martinskirche hingegen funktionierte die ungewöhnliche
Kameradschaft bestens. Zumal die Harfenistin Cordula Poos
ihr Handwerkszeug perfekt beherrschte.
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Begeisterte mit klassischen
Impressionisten, modernen Kompositionen und Poesie: die Harfenistin
Cordula Poos. Zusammen mit Susanne Oehler an
der Querflöte gestaltete sie das „Movimento für
Flöte und Harfe“ in der Gladenbacher Martinskirche. (Fotos: Piplies)
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Ihr Können stellte Poos
besonders eindrucksvoll beim Solostück "New Blues for
Harp" von Deborah Henson-Conant
(geboren 1953) unter Beweis. Begleitet wurde die Musikerin in der Kirche
von Susanne Oehler an der Querflöte, die ihrerseits mit zwei Soli glänzte.
Dritter im Bunde des künstlerischen Programms war der
Gladenbacher Kinderarzt Hans-Jürgen Kesper, der
in den Pausen des musikalischen Frauenduos selbst verfasste Gedichte
vorlas.
Neben dem swingenden Harfenblues dominierten
französische Impressionisten das Kirchenkonzert. Die beiden Musikerinnen
zauberten unter anderem aus den Kompositionen von Claude Debussy (1862 bis
1918), Jacques Ibert (1890 bis 1962) oder Jules
Massenet (1842 bis 1912) eine geheimnisvolle Stimmung in das Kirchenschiff.
Dazu passte auch die Einführung von Pfarrer Klaus Neumeister, der auf den
biblischen Harfenspieler David verwies. Der spätere König Israels vertrieb
nach biblischer Überlieferung mit seiner Musik die bösen Geister seines
Amtsvorgängers König Saul. Hans-Jürgen Kesper
würzt den Abend mit Gedichten aus der eigenen FederEine ähnlich wohltuende Wirkung von Harfen-
und Flötenspiel erlebten auch die 100 Zuhörer in der Martinskirche. Denn Poos und Oehler brachten mit ihrem konzentrierten Spiel
eine fast greifbare Leichtigkeit in den Raum. Beide Musikerinnen zeigten
bei ihren Interpretationen große Hingabe und Leidenschaft. Das Publikum
belohnte das Engagement mit viel Applaus nach jedem Stück.
Beifall erhielt auch Hans-Jürgen Kesper,
der in seinen poetischen Werken zum einen ernsthafte Themen wie die Frage
nach dem Sinn des Lebens oder der Vergänglichkeit aufgriff. Zum anderen
verbaute er darin Fantasien, wie die der in Niederweimar gestrandeten
Piraten oder die seines alten Fahrrads, das gemeinsam mit ihm beim
Erreichen neu gesteckter Ziele im Takt knarrt.
Zum Abschluss ihrer Aufführung machten sich die
Musikerinnen daran, in biblischer Tradition "böse Geister zu
vertreiben". Bei der modernen Komposition "Narthex"
von Bernard Andres (geboren 1941) bearbeitete Cordula Poos
nicht nur die Saiten, sondern auch den Harfenkörper ihres Instruments,
während Susanne Oehler nur auf dem Mundstück ihrer Querflöte blies. Dabei
verstanden es die Künstlerinnen virtuos, eine Brücke zwischen
Impressionismus und moderner Klassik zu schlagen. Die Zuhörer waren so
begeistert, dass sie nach einer Zugabe verlangten, die Poos
und Oehler auch gewährten.
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