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Abende zum
Selberglauben im Gemeindehaus
Blankestein 31.
Januar, 01. Februar und 02. Februar 2012 |
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Christina
Brudereck, Theologin und Schriftstellerin aus Essen, begeisterte die
Teilnehmer im Gemeindehaus Blankenstein durch ihr
unkonventionelles Herangehen an die Themen: „Satt, aber hungrig?“ „ Mutter
Jungfrau Maria?“ und „Und der Mensch heißt Mensch, weil?“
Man muss
die Abende selbst erlebt haben, denn die Art ihres Referierens kann nur
unzureichend in einer Zusammenfassung wiedergegeben werden. Ihr sprachlicher
Witz, der sich in sich fast überschlagenden Aneinanderreihungen von
treffenden Alltagsbeobachtungen eine Bahn schlug oder ihre Kernsätze zum
Weiterdenken, ihre überraschenden Beispiele ließen die Besucher lachen oder
nachdenklich werden. So will ich nur ein paar Streiflichter der einzelnen
Themen skizzieren. „Alles
beginnt mit der Sehnsucht, immer ist im Herzen Raum für mehr, für Schöneres,
für Größeres. Das ist des Menschen Größe und Not.“ Mit diesen Zeilen aus dem
gleichnamigen Gedicht von Nelly Sachs setzte uns Christina Brudereck auf die
Spur, unseren inneren Hunger wahrzunehmen, dieser Sehnsucht nach mehr als
täglicher Versorgung. Mit der bekannten biblischen Geschichte von der
Speisung der 5000 übersprang sie nicht das Problem des Hungers in unserer
Welt. Es ist lösbar, wenn wir bereit sind zu teilen. Zugleich erinnerte sie
an Jesu Rat, nach dem zu suchen, was uns wirklich satt macht. So wie das
Manna den Israeliten bei der Wüstenwanderung nur für einen Tag zur Nahrung
diente, brauchen auch wir täglich neu ein Wort Gottes, denn es ist nicht
speicherbar. Ihre Großmutter betete deshalb: „Unser tägliches Brot gib uns
heute und den Hunger nach deinem Wort.“
Am zweiten
Abend ging es um das Dogma der Jungfrauengeburt. Jeden Sonntag bekennen wir
es im Glaubensbekenntnis. Sie ermutigte, uns einzureihen in die große Schar
derer, die es vor uns geglaubt haben und ihnen zumindest unseren Respekt zu
erweisen. Wir können und brauchen nicht alles zu verstehen, was im
Glaubensbekenntnis ausgesagt wird, aber wir können uns in ihm bergen. Wenn
wir die Jungfrauengeburt leugnen, bringen wir uns zugleich um ein Geheimnis
des Glaubens. Der Gedanke des empfangenden Geschehens ist auch für uns gut.
Dass wir glauben können, ist nicht unser Verdienst, sondern Geschenk. In der
Redewendung: „Jemand hat Glück gehabt und ist - wie die Jungfrau zum Kinde - zu
etwas gekommen“, schwingt dieser Gedanke mit. Wir sind immer zunächst Empfangende
in unserem Leben. Mit Herbert
Grönemeyers bekanntem Lied: „Mensch“, das er nach dem Verlust seiner Frau und
eines Bruders, die nach einer Krebserkrankung gestorben sind , gedichtet und
komponiert hat, begann der Abend. Es wurde mit passenden Bildern und den
Textzeilen eingeblendet. „Du fehlst“, diese Erfahrung kennen wir alle, wenn
ein Mensch nicht mehr da ist, der mit uns gelacht und geweint, mit uns
gestritten und uns geliebt hat, schlicht als Mensch gelebt hat. Im Psalm 8,
einem weiteren großen Lied, das nach dem Menschsein fragt, werden die alltäglichen
Beobachtungen des menschlichen Daseins staunend mit dem Lob Gottes zusammengebracht.
Doch wir können nicht ausblenden, zu welchen Unmenschlichkeiten Menschen
fähig sind. In Jesus finden wir den neuen Menschen. Bei ihm können wir
lernen, was menschlich ist. Menschlich können wir werden, wenn wir bei Jesus
wahrnehmen, was wir zu tun haben. Der Mensch soll ein Segen sein für diese
Erde und seine Mitmenschen. Wir Christen in Gladenbach werden zum Segen für
unsere Stadt, wenn wir uns engagieren für die Schwachen, die Kinder, die
Kranken, die Hilfebedürftigen, wie es Christen zu allen Zeiten getan haben.
Umrahmt
wurden die Abende durch das Musizieren einer Ansing-Gruppe
für Lobpreislieder und dem Erdhäuser Kirchenchor. Die Abende moderierten
unsere Gemeindepädagogin Nina Cyrol, Pfarrer Herbert Volk und Pfarrer Klaus
Neumeister. Irmgard
Volk |
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