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25-jähriges
Orgeljubiläum in Sinkershausen am 30.
Oktober 2011 |
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Am
30. Oktober fand in der Kirche zu Sinkershausen ein
Festgottesdienst zum 25-jährigen Jubiläum der Orgel statt. Zur Feierstunde
hatten sich 50 Gemeindeglieder in der Kirche versammelt, um gemeinsam den
Klängen des Jubiläumsinstruments zu lauschen. Unter den Gästen befanden sich
nicht nur Einheimische, sondern auch Interessierte aus anderen Stadtteilen.
Das musikalische Highlight 2011 in der Sinkershäuser
Kirche wurde von Kirchenmusikdirektor Burghardt Zitzmann gestaltet. Zitzmann,
der sich für das Jubiläum ein besonderes „Schmankerl“ hatte einfallen lassen,
verstand es, das Jubiläumsinstrument durch ein mitgebrachtes Keyboard digital
zu unterstützen. So konnte er, wenn auch aufgrund technischer Probleme
lediglich bei einem einzigen Stück, mit einem zweiten Tastenmanual, eine
große Klangvielfalt schaffen, die das Publikum sichtlich erfreute. Aber auch
ohne zusätzliches Manual hatte die versammelte Zuhörerschaft ihre Freude an
den gebotenen Musikstücken, unter anderem von Jan de Lublin, Johann Sebastian
Bach, Dietrich Buxtehude, sowie Johann Gottfried Walther. Kantor Burghardt
Zitzmann zeigte seine Kunst besonders bei den von ihm interpretierten
Improvisationen der großen Meister der Orgelmusik.
Des
Weiteren konnte Pfarrer Klaus Neumeister auch einen alten Bekannten inmitten
der Gemeinde begrüßen. Herr Wolfgang Blume, den Neumeister als „Organisten der
ersten Stunde“ vorstellte, beehrte die Gemeinde mit einem kleinen Referat
über die Geschichte und die Geschichten rund um die Sinkershäuser
Orgel. Vor 25 Jahren war es nämlich Blume, der die Orgel der Gemeinde in
einem Festgottesdienst zum ersten Male präsentierte. Herr Blume informierte
über die Historie der Kirche und der Kirchenmusik in Sinkershausen.
In seinen Ausführungen ging er zurück bis in die Zeit des 18. Jahrhunderts.
In dieser lange vergangenen Zeit wurde der Grundstein für den Einbau einer Orgel
gelegt, nämlich der Aufbau einer Empore im hinteren Bereich der Kirche, auf
der vor der jetzigen Orgel unter anderem ein Harmonium
Platz gefunden hatte. Des Weiteren erläuterte Blume, dass die Kirche noch bis
ins 20. Jahrhundert hinein lediglich zu besonderen Kirchenfesten genutzt
wurde. Hierbei berief er sich besonders auf Informationen seiner Tanten, die
ihm den allgemeinen Zustand des Kircheninnenraumes als eher trostlos
beschrieben hatten. Der Raum wurde über das Jahr sogar als Abstellraum, etwa
für die Leitern der Feuerwehr genutzt. Besondere kirchliche Veranstaltungen
wie Trauungen oder Beerdigungen wurden zumeist auf den Höfen der Dorfbewohner
abgehalten und ein, wie heute, geordneter Gottesdienstablauf im
vierzehntägigen Rhythmus sei erst viel später erfolgt. Auf ein weiteres
Eckdatum für die Kirchenmusik in Sinkershausen wies
Blume hin. Im Jahr 1926 wurde durch
den damaligen Dekan Gustav Lehr die Kirche renoviert und zur musikalischen
Unterstützung der Gottesdienste wurde ein Harmonium
angeschafft. Jenes Harmonium wurde damals vom Sinkershäuser Schmiedemeister Hermann Happel gespielt,
der dann über fünf Jahrzehnte die Gemeinde musikalisch begleitete. Blume
berichtete weiter, dass er 1976 das Organistenamt
übernommen habe und dass es bereits damals zu ersten Überlegungen zur
Anschaffung einer Kirchenorgel gekommen sei. In den frühen 1980er Jahren habe
der Gedanke endlich Gestalt angenommen. Die Firma Günther Hardt aus
Weilmünster-Möttau erhielt damals den Zuschlag für
den Bau der Orgel, die 50.000 DM kostete und im Juni 1986 eingeweiht werden
konnte. Bereits während des Einbaus habe es reges Interesse seitens der Sinkershäuser gegeben, die oft den Weg in die Kirche
gefunden hatten, um den Fortschritt der Bauarbeiten zu beobachten.
In
seiner Andacht erinnerte Pfarrer Neumeister an die selbstverständliche Nähe
zwischen unserem christlichem Glauben und der Musik. Ein Gottesdienst ohne
Musik sei nur sehr schwer vorstellbar und auch die Bibel beschreibt in
mannigfaltiger Weise das enge Zusammenspiel von Musik und Gotteslob, indem an
den verschiedensten Stellen an die unterschiedlichsten Instrumente erinnert
wird. Neumeister betonte den Status einer Kirchenorgel als „Königin der Instrumente“
in besonderer Weise und bezog dies auch auf die kleine Orgel der Sinkershäuser Dorfkirche, die stets als treue Begleiterin
zur Freude der Gemeinde und zum Lob des Herrn erklinge. Abschließend
erinnerte Neumeister die Gemeinde daran, dass in Zusammenhang mit einem
Orgeljubiläum nicht nur das Instrument der Würdigung bedürfe, sondern in
besonderer Weise auch die verschiedenen Organistinnen und Organisten, die, so
Neumeister, „dem Wort Gottes in wunderbarer und vielschichtiger Weise Gestalt
geben“. Die Jubiläumsstunde endete mit einem abschließenden Gebet und einer
weiteren Improvisation von Burghardt Zitzmann, der nach dem Verklingen des
letzten Tones von einem begeisterten Applaus verabschiedet wurde. Alexander
Stein |
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